Auch für Android auf:
Android App

Wirbel um Wertschätzung der Feuerwehrangehörigen in der VG Nastätten

4

Nastätten. Mitte des Monat berichtete rheinlahn.de in einem viel beachteten Artikel über das Zukunftskonzept der Feuerwehren in der VG Nassau, in dem die Rede von „blauen Briefen“ war. Die von VG Bürgermeister Udo Rau angekündigten Maßnahmen zur Sicherung der örtlichen Einheiten wurden kontrovers diskutiert und Rau musste einige Kritik einstecken. Übrigens, bis heute haben wir auf eine Anfrage an Herrn Rau keine Antwort bekommen.

Nun kocht ein ähnliches Thema in der VG Nastätten hoch. Die CDU-Franktion im VG-Rat stellte einen Antrag auf Ausstellung kostenloser Jahresfreikarten für die Schwimmbäder in Holzhausen und Nastätten für alle ehrenamtliche Feuerwehrangehörige in der VG Nastätten. Diese sollte laut der CDU eine Anerkennung für den Einsatz der Ehrenamtlichen sein. Die SPD-Fraktion war gegen diesen Vorschlag und äußert sich wie folgt

„Der Antrag der CDU-Fraktion ist jedoch dafür geeignet, Unmut und Unfrieden zu schaffen. Bei einer Ablehnung ist die Feuerwehr und bei einer Zustimmung sind Ehrenamtliche aus anderen Bereichen unzufrieden.“

Axel Harlos von der SPD lobt zwar im folgenden die Arbeit der Feuerwehrmitglieder ausdrücklich. Gleichzeitig gibt er aber zu bedenken, dass man die Feuerwehr bei Abstimmungen zu Ausstattungen und Ausrüstungen immer unterstützt habe. Jedoch kommt die Ausrüstung nur indirekt den Aktiven zu Gute, in erster Linie wird diese gebraucht um die Pflichtaufgaben der Verbandsgemeinde zu erfüllen. Die FWG schloss sich der Argumentation der SPD an und gab als Beispiel an, dass man z.B. die Mitglieder des „Roten Kreuzes“ benachteilige, da diese oft gemeinsam mit der Feuerwehr ausrücke.

Ralph Schleimer von der FDP schloss sich ebenfalls der Ausführung der SPD an und sagte:

…dass jemand, der in die Feuerwehr eintritt, nur um eine Freikarte zu erhalten, möglicherweise nicht das Herzblut und die Spontanität für die Feuerwehr hat, was aber eine ganz wichtige Voraussetzung für die Feuerwehrtätigkeit ist.

Nun diskutiert auch die VG Nastätten, wie man für ausreichend Personal in den Einheiten sorgen kann! Mit Bonbons scheint man jedoch nicht locken zu wollen. Dann müssen wohl doch die Ehrenamtlichen wieder selbst die Arbeit übernehmen. Wie zum Beispiel mit einem zweitätigen Werbeauftritt auf der Autoschau in Nastätten, wo Wehrleiter Wöll alle 32 Feuerwehreinheiten aufrief, sich an dieser Präsentationsveranstaltung zu beteiligen.

Hißnauer von der CDU ging in der Sitzung noch mal auf die Argumente ein und verwies, das anders als bei anderen Ehrenämtern, die Feuerwehrleute eine Pflichtaufgabe der VG Nastätten verrichten. Um es kurz zu machen, der Rat diskutierte weiter und unterbrach schließlich die Sitzung. Es gab weitere Vorschläge wie ein einjähriger „Testbetrieb“ oder das Ausstellen der Freikarten an eine Mindestübungsbeteiligung zu koppeln, was die Spaltung unter den Ehrenamtlichen zu Folge gehabt hätte. Schließlich wurde der Antrag mit 11 Ja- zu 12 Nein-Stimmen abgelehnt.

Rolf Strobel, Wehrführer der Freiw. Feuerwehr Nastätten, äusserte sich nun in einem öffentlichen Brief auf der Facebook-Seite seiner Feuerwehr. Gleichzeitig sendete er auch diesen Brief zu Veröffentlichung an uns. Nachstehend drucken wir diesen Brief ab:

Brief von Wehrführer Rolf Strobel
Entscheidung des Verbandsgemeinderates gegen die Freie Saisonkarte für Freibäder für Feuerwehrleute

Eins vorweg: Es geht im Folgenden nicht darum, etwas geschenkt zu bekommen und vor allem nicht darum, andere ehrenamtlich Tätige, egal auf welchem Gebiet, abzuwerten. Jeder setzt sich in dem Bereich ein, der ihm Spass macht und den er am ehesten mit sich selbst vereinbaren kann.
Aber den Einsatz von Feuerwehrleuten mit anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten gleichzusetzen, ist wie der Vergleich zwischen Äpfel und Birnen. Während Termine und sonstige Aktivitäten in den allgemeinen ehrenamtlichen Bereichen in der Regel planbar sind, den eigenen Bedürfnissen und der eigenen Bereitschaft angepasst werden können und zu „normalen“ Tageszeiten stattfinden, sieht der Alltag eines freiwilligen Feuerwehrmitglieds etwas anders aus. Brandeinsätze, Unfälle oder andere Hilfeleistungen finden nicht nur tagsüber von Montag bis Freitag statt. Egal zu welcher Tages- und Nachtzeit, egal ob Weihnachten oder Familienfeiern, stets ist ein Feuerwehrmitglied bereit, seinen Mitmenschen im Notfall zu helfen und eigene Tätigkeiten und Pläne zurückzustellen, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.
Leider muss allerdings vermehrt festgestellt werden, dass die Feuerwehr in der Gesellschaft, deren Schutz und Hilfe sie gewährleistet, immer weniger Akzeptanz erfährt.
Anweisungen während Einsätzen werden missachtet, indem Absperrungen überfahren und Feuerwehrleute beschimpft werden. Man will nicht verstehen, warum man daran gehindert wird, an schwerverletzten Unfallopfern vorbeizugehen.
Beschwerden gehen ein, weil die Feuerwehr bei Einsatzfahrten nachts Lärm macht, der die Mitbürger, die im warmen Bett bleiben können, weckt. Übrigens… Feuerwehrleute, die nachts im Einsatz waren, müssen am nächsten Morgen, wie gehabt, zur Arbeit gehen.
Es wird als Unverschämtheit angesehen, dass die Mülltonne der Feuerwehr erst am Abend der Leerung wieder vom Bürgersteig weggeholt wird. Liebe Mitbürger, die Feuerwehrleute gehen tagsüber ihrer normalen Arbeit nach!
Aber trotz der fehlenden Akzeptanz in der Bevölkerung wird es als selbstverständlich angesehen, dass Feuerwehrleute sofort parat zu sein haben, wenn jemand dieser lieben Mitmenschen in Not ist und Hilfe benötigt.
Die freie Saisonkarte wäre ein kleines Zeichen der Wertschätzung der freiwilligen Feuerwehren gewesen.
Die Entscheidung des Verbandsgemeinderates ist in diesem Sinne auch ein Zeichen dieser Inaktzeptanz und eine Fehleinschätzung der Realität.
Laut LBKG ist die Kommune verpflichtet, eine Feuerwehr aufzustellen und zu unterhalten. Die vielen freiwilligen Feuerwehrleute helfen der Verbandsgemeinde, dieser Verpflichtung nachzukommen. Für eine optimale Ausstattung der Feuerwehren zu sorgen, ist die Pflicht der Kommune und nicht als aufgeschlossene und wohlwollende Entscheidungen zu sehen. Den Feuerwehrleuten, die in Einsätzen ihr Leben riskieren, sollte selbstverständlich eine optimale Ausrüstung zur Verfügung stehen. Auch ist die Berechnung der eventuellen Kosten dieser freien Saisonkarte mehr als engstirnig und entbehrt vieler praxisnahen Überlegungen. Nur ein Bruchteil der ca. 700 Feuerwehrleute hätte diese Karte überhaupt genutzt. Viele von denen, die sie genutzt hätten, hätten dann in Begleitung des Ehepartners, der Kinder oder Enkelkinder das Schwimmbad besucht und somit Eintritt zahlende Besucher mitgebracht. Wie gesagt, es will keiner etwas geschenkt haben, es wäre aber ein Zeichen gewesen.
Zur Stärkung des Ehrenamtes war das eine gelungene Aktion:
Die Hauptverantwortlichen demotivieren ihre eigenen unendgeldlichen Mitarbeiter.
Aber mal ehrlich, ging es nicht nur darum, dass die ein oder andere Fraktion so abgestimmt hat, weil es ein Vorschlag der Gegenfraktion war? Und Angst hatte, man könnte ja sagen, die Idee war von den anderen.
Das hatte mit der Sache nichts mehr zu tun.
Wir werden die, die uns mit anderen Ehrenämtern gleichstellen, bei nächster Gelegenheit zu unseren Einsätzen einmal einladen, damit sie den Unterschied erleben können.
Dann wird man schnell merken, dass der Feuerwehrdienst eine enorme Belastung mit sich bringen kann, denn die Bilder von schwer Verletzten und Toten vergisst man nie wieder.

Rolf Strobel

Hierzu muss wohl nicht mehr kommentiert werden. Strobel macht deutlich, dass die aktive Mitgliedschaft in einer freiwilligen Feuerwehr eben kein Ehrenamt wie jedes andere ist. Wer kennt nicht den Spruch, „bei der Feuerwehr ist eben nur der Eintritt freiwillig!“. Kurz nach Veröffentlichung des sehr offenen und kritikreichen Briefes gingen die Diskussionen in Facebook los. So schreibt Ralf Struth:

Die Politiker die bei solch einem Antrag für Nein stimmen, haben keine Ahnung vom Ehrenamt Feuerwehr. Es sind aber die ersten die im Notfall nach der Feuerwehr rufen. Wie im richtigen Leben sollte auch mal eine Motivation ausgesprochen werden. Die Gelegenheit wurde hier fahrlässig weggeworfen. Annerkennung sieht anders aus.Erst wenn das letzte Feuerwehrauto eingespart wurde und kein Freiwilliger mehr ein Ehrenamt ausübt, dann merken wir, dass Geld kein Feuer löschen kann. Ihr Räte spart am falschen Ende.

Uli Ochs hielt dagegen:

Zum größten Teil ist da viel wahres dran, allerdings muss der Feuerwehrmann der nachts im Einsatz war, am nächsten Tag nicht zur Arbeit.
http://www.lfv-rlp.de/…/feuerwehr-oeffentlicher-dienst.pdf

Der Hinweis von Herrn Ochs, dass Feuerwehrleute von der Abreitspflicht freigestellt werden, ist durchaus korrekt aber auch wirklichkeitsfremd. Feuerwehrleute können es sich nicht leisten immer wieder auf der Arbeit zu fehlen. So fahren Sie, nachdem sie eventuell nur wenige Stunden Schlaf hatten, eben doch am nächsten Morgen auf die Arbeit um Verärgerung beim Arbeitgeber zu vermeiden. Auch wenn der Zeitausfall durch die Verbandsgemeinde dem Arbeitgeber erstattet wird, bleibt dennoch die Arbeit liegen. Auch viele Selbständige in den freiwilligen Feuerwehren können es sich nicht erlauben, ihren Betrieb nach einem Einsatz noch länger ruhen zu lassen und begeben sich wieder auf die Arbeit, um die eventuell versäumte Zeit nachzuarbeiten.

Damit ist nun auch die Diskussion um die „Zukunft“ der freiwilligen Feuerwehren in der VG Nastätten endgültig angekommen. Was wurde nur aus den alten Werten, Kameradschaft und Zusammenhalt, ein spannendes Hobby mit Spass an der Technik und dem guten Gefühl anderen helfen zu können? Geht es nur noch über Entlohnung wie z.B. in Frankreich, wo jeder Einsatz und jede Übungsstunde bezahlt werden muss? Abgesehen davon, dass dies für die Aufgabenträger noch teurer würde, glaube ich nicht, dass die Mitglieder unserer Wehren dies so wollen. Aber sie wollen zu Recht, Anerkennung für ihre Arbeit gezeigt bekommen. Dies muss nicht durch die Ausgabe einer Schwimmbadkarte erfolgen. Aber die Ablehnung eines Antrages, der die Arbeit in diesem Ehrenamt das zum Nutzen und Vorteil aller Bürger in einer Verbandsgemeinde geschieht, zeigt eindeutig in die falsche Richtung.

Vielen Dank an Rolf Strobel für die Zusendung seines Briefes. Nachstehend drucken wir noch den Ausschnitt aus dem Protokoll zum betreffenden Tagesordnungspunkt der VG-Ratssitzung vom 17.03.2016 ab. An dieser Stelle möchten wir auch auf den Artikel von Florian Strobel hinweisen, den wir gestern zum Thema „Alleine keine Chance und Ehrenamt ist nicht gleich Ehrenamt“ veröffentlicht haben. Gerne freuen wir uns über Kommentare auf unserem Facebook-Account, oder hier direkt unter dem Artikel. Gerne können auch direkt Leserbriefe über das Kontaktformular an uns geschickt werden.

Hier das Protokoll der Ratssitzung im Auszug
Zu Punkt 9: Anträge – Freie Saisonkarte für die Freibäder (2016/017)
Der Vorsitzende verweist auf die Beratungen über den Antrag im Haupt- und Finanzausschuss und übergibt das Wort an den Fraktionssprecher der CDU Norbert Hißnauer.
Herr Hißnauer erläutert ausführlich den Antrag der CDU-Fraktion. Durch die Ausstellung einer Saisonfreikarte für das Waldschwimmbad Nastätten oder das Freibad Holzhausen soll das ehrenamtliche Engagement in der Feuerwehr dinglich anerkannt werden. Es wird eine hoheitliche Pflichtaufgabe der Verbandsgemeinde – Gefahrenabwehr – unentgeltlich durch ehrenamtliche Feuerwehrleute übernommen. Auch wird ein Anreiz für Jugendliche geschaffen, in die Feuerwehr einzutreten. Durch das sportliche Training wird ebenfalls die Fitness der Feuerwehrleute gefördert.
Um Ehrenamtliche aus anderen Bereichen, wie DRK, Tafeln etc., nicht außeracht zu lassen und auch dieses Engagement anzuerkennen, sollen diese Personen auch eine Saisonfreikarte erhalten, wenn sie Inhaber einer Ehrenamtskarte des Landes Rheinland- Pfalz sind.
Rechnerisch betragen die Kosten rd. 32.000 € (rd. 800 Feuerwehrmitglieder x 40 € pro Saisonkarte). Ob jedes Feuermitglied das Angebot auch tatsächlich in Anspruch nimmt, kann nur spekuliert werden; vermutlich werden die Kosten geringer ausfallen.
Er bittet um Unterstützung und Zustimmung zum Antrag.
Der Fraktionsvorsitzende der SPD Axel Harlos spricht ebenfalls ein Lob für das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute aus. Bisher wurde sich bei der Anschaffung der Ausstattung der Feuerwehr sehr aufgeschlossen verhalten und positive Entscheidung getroffen.
Der Antrag der CDU-Fraktion ist jedoch dafür geeignet, Unmut und Unfrieden zu schaffen. Bei einer Ablehnung ist die Feuerwehr und bei einer Zustimmung sind Ehrenamtliche aus anderen Bereichen unzufrieden. Das Ehrenamt soll als Gesamtheit gesehen werden und die Feuerwehr nur als ein Teil dieser Gesamtheit. Auch alle anderen Ehrenamtler, sei es im Bereich Flüchtlingshilfe, die Netten Nachbarn, bei den Tafeln usw., dürfen nicht vergessen werden. Die Voraussetzungen für den Erhalt einer Ehrenamtskarte sind sehr hoch gesetzt. Dies wird deutlich, da bisher nur drei Ehrenamtskarten an Ehrenamtler in der Verbandsgemeinde Nastätten ausgestellt wurden.
Auch weist er auf die Möglichkeit der Feuerwehr hin, dass Übungen im Schwimmbad kostenfrei möglich sind und bittet darum, dass alle Einheiten nochmals informiert werden.
Die SPD-Fraktion beabsichtigt den Antrag abzulehnen, was aber nicht heißen soll, dass man kein offenes Ohr mehr für die Feuerwehr bezüglich Neuanschaffungen u. ä. hat.
Der Fraktionsvorsitzende der FWG Ralf Zimmerschied schließt sich der Argumentation der SPD-Fraktion an. Er sieht auch ein großes Problem darin, dass Ehrenamtler ungleich behandelt werden und nennt als Beispiel, dass das DRK oftmals gleichzeitig mit der Feuerwehr ausrückt. Obwohl gleiches Engagement bei einem gemeinsamen Einsatz eingebracht wird, werden nur die ehrenamtlichen Feuerwehrleute honoriert.
Auch seine Fraktion ist bei der Ausstattung der Feuerwehr, wie z. B. bei qualitativ höherwertigen Schutzanzügen, sehr offen. Weiter begrüßt er, dass der Feuerwehrsport gefördert wird und Einheiten kostenlos im Schwimmbad trainieren können. Die Fraktion wird dem Antrag nicht zustimmen.
Auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Ralph Schleimer sieht eine Ungleichbehandlung unter den Ehrenamtlern als problematisch an, schließt sich seinen beiden Vorrednern an und ergänzt, dass jemand, der in die Feuerwehr eintritt, nur um eine Freikarte zu erhalten, möglicherweise nicht das Herzblut und die Spontanität für die Feuerwehr hat, was aber eine ganz wichtige Voraussetzung für die Feuerwehrtätigkeit ist.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hißnauer geht auf die vorgebrachten Argumente der anderen Fraktionen ein und hebt nochmals hervor, dass es sich bei den Feuerwehrleuten um Leute der Verbandsgemeinde handelt, die eine Pflichtaufgabe der Verbandsgemeinde verrichten. Dies sollte honoriert werden.
Die Ratsmitglieder Brand und Crecelius bestärken dies. Ein Anreiz für den Eintritt in die Feuerwehr sollte geschaffen und die Motivation aller Feuerwehrleute sollte erhalten werden.
Ratsmitglied Winter sieht allein in der Zuständigkeit für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute kein Argument für die Ausstellung einer Freikarte. Alle ehrenamtlich Tätigen sollten gleich behandelt werden. Es gibt auch andere Möglichkeiten, die Feuerwehr zu unterstützen und zu fördern, z. B. durch qualitativ hochwertige Ausrüstung.
Ratsmitglied Holstein spricht das Nachwuchsproblem in der Feuerwehr an und sieht die Ausstellung einer Freikarte u. a. als Nachwuchswerbung an.
Der Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion bittet um Sitzungsunterbrechung. Hiermit sind alle Ratsmitglieder einverstanden und die Sitzung wird um 20:10 Uhr unterbrochen. Um
-11-
20:20 Uhr wir die Sitzung weitergeführt. Ab diesem Zeitpunkt ist Ratsmitglied Carsten Göller anwesend.
Der Vorsitzende informiert über die Tätigkeit des DRK bei Feuerwehreinsätzen. Es rücken die beiden Ortsvereine Gemmerich und Miehlen mit ehrenamtlichen Personen aus. Ansonsten ist der hauptamtliche Rettungsdienst tätig. Auch soll die Altersgrenze nicht angetastet werden. Es wird möglich werden, dass bestimmte Feuerwehr-Aufgaben von Personen, die die Altersgrenze überschritten haben, durchgeführt werden können.
Ratsmitglied Palme regt an, konkretere Modalitäten festzulegen, wie z. B. erhält eine Feuerwehrfrau/ein Feuerwehrmann eine Familien-Saisonfreikarte oder wird die Tätigkeit an eine Mindestanwesenheit bei Übungen geknüpft.
Ratsmitglied Palm, der selbst in der Feuerwehr tätig ist, schlägt vor, dem Antrag zunächst für ein Jahr zuzustimmen, um überhaupt das Ausmaß (Kosten) abschätzen zu können.
Ratsmitglied Breithaupt, ebenfalls Mitglied in der Feuerwehr, war bisher nicht bekannt, dass eine Feuerwehreinheit das Schwimmbad zu Übungszwecken nutzen kann. Dies sollte bekannter gemacht werden. Er schlägt vor, die Entscheidung um ein Jahr zu verschieben und den Bedarf bei der Feuerwehr herauszufinden.
Auch Ratsmitglied Winter schlägt vor, erst einmal den Bedarf zu prüfen, da die Diskussion noch offene Fragen ergeben hat.
Fraktionsvorsitzender Hißnauer fragt nach der Auffassung des anwesenden Wehrleiters. Dieser teilt mit, dass das Thema bisher nicht in der Feuerwehr diskutiert wurde und er daher keine Aussage treffen kann.
Ratsmitglied Peiter schlägt vor, die Entscheidung über den Antrag zu vertagen.
Somit stehen drei Anträge zur Entscheidung an:
1. Antrag der CDU-Fraktion vom 11.02.2016, der von dem Fraktionsvorsitzenden Norbert Hißnauer, wie folgt, modifiziert wird: Die Vergünstigung soll zunächst auf ein Jahr befristet werden.
2. Über den Antrag soll erst entschieden werden, wenn weitere Modalitäten festgelegt wurden. Dieser Antrag wird zurückgezogen.
3. Die Beratung und Beschlussfassung wird auf das nächste Jahr vertagt. Auch dieser Antrag wird zurückgezogen.
Der Verbandsgemeinderat fasst mit 11 JA-Stimmen, 12 NEIN-Stimmen und 2 Ent- haltungen folgenden Beschluss:
Dem Antrag der CDU-Fraktion vom 11.02.2016, allen aktiven Feuerwehr- kameradinnen und –kameraden, allen Mitgliedern der Jugendfeuerwehr und den in der Verbandsgemeinde wohnenden Besitzern der Ehrenamtskarte auf Wunsch eine Saisonkarte für das Waldschwimmbad Nastätten oder das Freibad in Holzhausen auszustellen, für zunächst ein Jahr wird entsprochen.
Der Antrag ist damit abgelehnt.
Teilen.

4 Kommentare

  1. Axel Harlos am

    Man wirft der SPD-Fraktion im VG-Rat Nastätten vor, das Ehrenamt der Feuerwehrangehörigen nicht genug zu schätzen bzw. nicht einschätzen zu können. Herr Strobel, der Wehrführer der Einheit Nastätten, möchte uns einladen, an den Unfalleinsätzen einmal teilzunehmen. Herr Strobel: ich war bis zu meinem Umzug in die VG Nastätten 10 Jahre Mitglied der freiwilligen Feuerwehr Dachsenhausen und kenne die Bilder von schwer Verletzten, Toten und auch Leichenteilen am Unfallort. Allein die L 335 in Fahrtrichtungen Marienfels oder Braubach, zum damaligen Zeitpunkt noch unfallträchtiger als heute, hat uns mehr als genug gefordert. Der Einsatz von Rettungsschere und Spreitzer, beide schon damals in Dachsenhausen stationiert, ist für mich keine neue Erfahrung.

    Insofern versichere ich allen Lesern, dass der Einsatz der Wehrleute von uns nicht unterschätzt wird. Wir wissen sehr wohl, dass insbesondere die beiden großen Wehren Miehlen und Nastätten fast wöchentlich, manchmal sogar mehrmals in der Woche, gefordert sind. Dies trifft aber nicht für alle Wehren innerhalb unserer VG zu. Viele kleinere Wehren haben über das ganze Jahr (zum Glück) überhaupt keinen Einsatz. Ich möchte damit nur verdeutlichen, dass es allein schon innerhalb der Wehren große Unterschiede gibt. Und genau so groß sind die Unterschiede aller Ehrenamtler in der Gesamtheit.

    Allein ein Blick in die jüngste Vergangenheit mit der Flüchtlingsproblematik zeigte uns, welche Einsätze von vielen Helferinnen und Helfern geleistet wurden und immer noch werden. Viele dieser Helferinnen und Helfern waren über Wochen im Dauereinsatz. Sie haben nicht nur ihre Freizeit geopfert, sondern Viele haben ihren Jahresurlaub ganz oder teilweise eingesetzt. Es wird doch niemand ernsthaft bestreiten wollen, dass diesen Menschen nicht auch die gleiche Würdigung zusteht.

    Egal wie wir die Vergleiche ziehen – ob zwischen großen Wehren und kleinen Wehren oder zwischen Feuerwehren und sonstigen gemeinnützigen Vereinen oder Verbänden – es werden immer wieder Äpfel und Birnen gleichzeitig in die Waagschale geworfen. Dass wir den Antrag der CDU-Fraktion ablehnen mussten hat nichts damit zu tun, dass er von einer anderen Fraktion kam. Vielmehr war er vom Grunde her gut gemeint und es tat uns auch ein wenig leid, ihn ablehnen zu müssen. Aber mit Blick auf die vielen anderen Ehrenamtlichen innerhalb unserer Verbandsgemeinde und dem Gleichheitsgrundsatz gegenüber diesem großen Personenkreis sahen wir keine andere Möglichkeit.

    Übrigens: Auch die Mitglieder des Verbandsgemeinderates (egal welche Fraktion) sind keine Berufspolitiker sondern nur Ehrenamtliche. Auch wenn unsere Einsätze geregelter, planbarer und nicht so häufig wie die der Feuerwehreinheit Nastätten sind, so opfern doch auch wir einen Teil unserer Freizeit zum Wohle der Allgemeinheit. Allein von daher sollte man uns nicht unterstellen, dass wir ein Ehrenamt nicht zu würdigen wissen.

    Axel Harlos
    Vorsitzender der SPD-Fraktion
    im Verbandsgemeinderat Nastätten

  2. Klaus Jacobi am

    Schade das ein solches Thema benutzt wird den Zwist zwischen 2 Fraktionen auszutragen.
    Hier wurde in der Tat die Möglichkeit verpasst den aktiven Feuerwehrleuten eine Wertschätzung für Ihre Ehrenamtliche Tätigkeit zu geben und gleichzeitig denen die nicht ehrenamtlich tätig sind einen Anreiz zu geben sich auch zu engagieren.
    Den Brief von Rolf Strobel kann ich da voll und ganz verstehen.
    Ich finde er hat die Situation extrem treffend beschrieben.
    Ich finde das auch vor allem die Politik und die Verwaltungen über die VG-Nastätten-Grenzen hinaus Werbung für die Feuerwehrarbeit machen muss um die Akzeptanz in der breiten Öffentlichkeit zu verbessern. Mit dieser aktuellen „Schlammschlacht“ wird gerade das Gegenteil erreicht.

  3. Erlo Behnke am

    Da ist Sie wieder – die unendliche Diskussion über das Ehrenamt.

    Zunächst einmal möchte ich betonen das es meines Wissens keinerlei Zweifel über die bisherige Bereitschaft des Verbandsgemeinderates, was die finanzielle Ausstattung der Feuerwehr angeht, gibt.

    Allerdings finde ich die aktuelle Diskussion schon sehr bemerkenswert.
    Als ich vor 34 Jahren in die Feuerwehr eingetreten bin geschah dies aus der Überzeugung etwas für die Allgemeinheit tun zu wollen.

    Das es dafür kein Geld geben würde war klar, allerdings gab es noch so etwas wie Wertschätzung oder
    Anerkennung.
    Damit meine ich ausdrücklich nicht die oftmals werbewirksamen Auftritte in Wahlkampfzeiten etc.

    Im Laufe der Jahre hat sich das deutlich geändert.
    Heute bist Du oftmals nur noch der Depp.
    Sätze wie „Schau da fahren Sie wieder“, „Seit Ihr wieder am spielen“, „Was macht Ihr wieder für einen Quatsch“ sind noch die harmlosesten Sätze die man sich im Einsatz anhören muss.

    Zu den Ausführungen welche Rechte ein Feuerwehrmann heute noch hat folgendes.
    Der meist gehörte Satz ist heute „Du musst“.
    Ja Du musst, obwohl Du freiwillig und unentgeltlich etwas tust für dass Dich viele für verrückt halten
    musst Du.

    -Du musst an Übungen teilnehmen
    -Du musst Deine Atemschutzstrecke nachweisen
    -Du musst auf alle Befindlichkeiten Deiner Mitbürger achten (nicht zu schnell, nicht zu laut)
    -Du musst Dich von Mitbürgern maßregeln lassen
    -Du musst Dich an eine Flut von Vorschriften halten usw.usw.

    Ich habe schon des Öfteren angeregt über z.B. ein Rentenjahr für eine entsprechende Dienstzeit nach zu denken, leider ohne Erfolg.
    Die Liste der Argumente warum das auch wieder nicht geht möchte ich den Lesern ersparen.

    Vielleicht müsste ich einfach aufhören mit dem Quatsch.

    Übrigens obwohl ich schwimmen kann, hätte ich unsere liebenswerte Verbandsgemeinde sicherlich nicht in den Ruin gestürzt.

    Aber, es wäre ein Zeichen gewesen.

    „Weinen könnt ich, weinen“

    Erlo Behnke

  4. Thomas Muck am

    Als erstes gehört denn Mitgliedern des Gemeinderats die „Aufwandsentschädigung“, die mehrere hundert Euro pro Monat beträgt, ersatzlos gestrichen, schließlich ist ein Gemeinderatsmandat ein Ehrenamt. Nichts motiviert mehr als ein Griff in den Geldbeutel der Damen und Herrn Gemeinderäte, damit sie mit Herzblut dabei sind. Eine Zwangsverpflichtung zum aktiven Dienst in der Feuerwehr würde auch einigen der Herrschaften gut tun.

Einen Kommentar schreiben