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Vortrag: Starkregen forderte Einsatzkräfte massiv

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Rhein-Lahn. Am Freitag (23.10.15) fand in Singhofen ein Vortrag des Kreisfeuerwehrverband Rhein-Lahn e.V. statt. Der Einladung folgten rund 60 Führungskräfte aus dem Rhein-Lahn Kreis, darunter auch Mitglieder des THW. Walter Groß, KFI des Donnerberg-Kreises, berichtet von einem Starkregenereignis am 20.09.2014 in den VGen Rockenhausen und Alsenz. Die Menschen wurden an diesem bis dahin wunderschönen Tag von einem heftig auftretenden Unwetters überrascht. Örtlich fielen binnen 2 Stunden rund 150 l Wasser, KFI Grabitzke warf ein, daß es in unserer Region im Schnitt 750l Regen im Jahr gibt.

Die folgen waren heftig. Mit Bildern und Videosequenzen zeigte Groß die Ausmaße. Ein kleiner Bach schwoll in einer Ortslage binnen kürzester Zeit um Meter an und riss alles mit sich. Aus der Dorfstraße wurde ein reissender Fluss, der Unrat, gelagertes Holz und sogar Autos davon trug. Die Bilder gingen im letzten Jahr durch die Presse. In einem Ort wurde der ganze Kirmesplatz mitgerissen. Die örtliche Feuerwehr war mit ihrem TSA und Traktor in den Fluten gefangen. Auf die Feuerwehren und insbesondere die Einsatzleitung kamen große Herausforderungen hinzu.

In einem Ort wurden zwei Gastanks abgerissen und Gas strömte aus. Die Feuerwehr konnte nicht eingreifen, da schlicht und ergreifend die Einsatzstelle nicht erreichbar war. Menschen mussten aus Ihren Häusern gerettet werden, Keller ausgepumpt, Öltanks gesichert, Trümmerteile beseitigt, Gebäudeteile gestützt und Straßen gereinigt werden. Alleine während der akuten Phase wurden 300 Einsätze gemeldet. Es begann eine logistisch und organisatorische anspruchsvolle Aufgabe.

Fast aus allen Verbandsgemeinden im Kreis waren Teilnehmer gekommen.

Fast aus allen Verbandsgemeinden im Kreis waren Teilnehmer gekommen.

Groß gelang es in seinem Vortrag ein eindrückliches Bild der Lage den Führungskräften zu vermitteln. Die starken Bilder wie die Naturgewalt die Orte, Felder und Wiesen überrollten, machten Eindruck. KFI Groß gab einige Tips den Einsatzkräften aus dem Rhein-Lahn Kreis mit auf den Weg, wie man in einer solchen Lage Fehler vermeiden kann. So zeigte sich zum Beispiel, daß die Menschen in den Orten nicht den Notruf wählten, sondern sich direkt bei der Feuerwehr meldeten. Die örtlichen Wehrführer wurden teilweise bedrängt, da der Einzelne versuchte für sich schneller Hilfe zu erhalten. Weiter berichtete der Referent wie die Wehrleitung einer VG sich den Schaden vor Ort begutachten wollte, dann aber von den Wassermassen eingeschlossen wurde und selbst für längere Zeit nicht mehr Einsatzbereit war.

Der Schaden betrug insgesamt mehrere Millionen Euro, besonders bitter war es laut Groß, als viele Menschen später erfuhren, daß sie solche Elementarschäden nicht versichert hatten. Eine Welle der Hilfsbereitschaft setzte ein, nicht nur bereits während der Einsätze, sondern auch in den Wochen danach. Viele Menschen packten direkt an um die Schäden zu beseitigen. Im Nachgang gab es noch viele Spendenaktionen und Benefizveranstaltungen.

Nach rund einer Stunde mit vielen lehrreichen Informationen war der Vortrag beendet. Der Kreisfeuerwehrverband Rhein-Lahn e.V. bedankte sich bei Walter Groß mit einem Präsent. Für alle Teilnehmer gab es noch einen Imbiss und man hatte Zeit um sich über das gehörte auszutauschen, bevor die gelungene Veranstaltung endete.

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