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Kommentar: Feuerwehrleute sind sauer

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Rhein-Lahn. Am Wochenende darf die Fussballbundesliga wieder spielen. Unter Einhaltung von Sicherheitskonzepten und engmaschigen Testungen der Beteiligten. Dagegen ist aber den Freiwilligen Feuerwehren und andere Hilfsorganisationen das Üben noch weitgehend untersagt. Das rheinland-pfälzische Innenministerium hat bereits am 30.04. im BKS-Portal veröffentlicht, unter welchen Bedingungen man dringend gebotene Übungen durchführen darf. In der Praxis finden aber noch keine Übungen statt, da die Verantwortung für die Gesundheit der Beteiligten den Verantwortlichen zu hoch ist. Auch soll die Einsatzsicherheit nicht gefährdet werden. Dies stößt nun vielen ehrenamtlichen Helfern auf und sie posten verschiedene Kommentare in sozialen Medien. Kontext: „Die Bundesliga darf spielen. Die Feuerwehr darf nicht üben. Im Notfall ruft den DFB zur Hilfe.“.

In der Tat muss man sich fragen wo hier die Sinnhaftigkeit liegt. Profikicker die Millionen verdienen dürfen wieder spielen, der lokale Fussball vor Ort auf den Dörfern muss leider weiterhin brach liegen. Es geht um die Einnahmen von Millionen an TV-Geldern. Die könnte man aber auch durch gekürzte Gehälter der Profispieler einsparen und nicht wie bisher, nur bei den einfachen Angestellten der Bundesligavereine die man in Kurzarbeit geschickt hat. Diese Argumente hört man aktuell in diesem Zusammenhang. Auch stößt man sich an den Testkapazitäten, die der Profifussball in Anspruch nimmt, immerhin rund 20.000, welche auch wo anders gut gebraucht werden könnte. Die DFL sagt, man würde dem Gesundheitsschutz in Deutschland keine Testkapazitäten entziehen. Würden die die Feuerwehren alle Mitglieder testen wollen um einen sicheren Einsatzdienst zu gewährleisten, so müsste man rund 1 Mio. Personen testen und das auch regelmäßig. Diese Kapazität haben wir aber nicht. Also testen wir keine Einsatzkräfte, es wird ja schon gut gehen! So bleiben dann auch Testkapazitäten für den Fussball übrig.

In diesen Tagen gehen die Meinung auseinander. Es entsteht schon der Eindruck, dass man hier dem Druck des Kapitals in Form der Vereine der DFL nachgegeben hat. Selbst einige Profispieler sehen das Verhalten ihrer Clubs als fragwürdig an. Dass sich dann ehrenamtliche Rettungskräfte beklagen, die den eigenen Kopf im Einsatz für andere hinhalten kann man da gut verstehen. Damit im Einsatzfall alle Handgriffe sitzen, muss entsprechend geübt werden. Je länger das nicht möglich ist, steigt auch das Risiko für die Einsatzkräfte im Ernstfall. Auch befürchten einige Führungskräfte, dass die ehrenamtlichen Helfer bei einem längerem Aussetzen des Dienstes, das Interesse am Dienst in Ihrer Organisation verlieren. Dabei sind gerade die ehrenamtlichen Hilfsorganisation gewohnt auf Sicherheit im Dienst zu achten, daher sollte es kein Problem sein, sich bei Übungen an Regeln zu halten. Es müssen nur klar Regeln und Vorgaben her, an die man sich vor Ort halten kann. Die Verantwortung darf dabei nicht auf die Einheitsführer abgeschoben werden.

Hilfsorganisationen und sporttreibende Vereine an der Basis fordern daher zur Recht, was für den Profifussball gilt, muss auch für andere gelten. Geld und Einfluss darf da nicht das Maß sein.

Michael Dexheimer
rheinlahn.de

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