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Holt uns die Realität ein?

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Rhein-Lahn Kreis. Auch im Rhein-Lahn Kreis kommen die Feuerwehren immer mehr in Not. Bei zu vielen Wehren zeichnet sich bereits eine Personalnot ab, vielen Einheiten fehlt schlichtweg der Nachwuchs. Bei einigen Wehren gibt es schon keine Mitglieder unter 25 Jahren mehr. Manchen Einheiten fehlt schon bald die Mindestzahl an Mitgliedern, da in den nächsten zwei, drei Jahren mehrere Kameraden in Ruhestand gehen.
Vielerorts wurde bereits durch so genannte

Alarmgemeinschaften reagiert, im Einsatzfall werden automatisch zwei oder mehrere Wehren gleichzeitig alarmiert. Da gerade am Tag durch fehlende Berufspendler die Personalnot am größten ist, gibt es zusätzliche Alarmierungsvorgaben bei Einsätzen tagsüber. Auch immer mehr Wehren ziehen sich Feuerwehrkameraden aus anderen Wehren, diese dann am Ort ihrer Arbeitsstätte mit in den Einsatz fahren. So lange der Arbeitgeber es eben mit macht! Es genügt auch nicht einfach nur im Einsatzfall mitzufahren bei einer anderen Wehr, es muss auch gemeinsam geübt werden.

 

Soweit die Theorie. Fakt ist jedoch immer, oft ist das Personal knapp und diejenigen die noch Einsatzbereit sind, werden immer mehr in Anspruch genommen. Aber auch alle Varianten der Mitgliedergewinnung gestalten sich als sehr mühsam. Viele Feuerwehren und Verbände haben eigene Kampagnen entwickelt. Flyer, Plakate, Videofilme, Busbeklebungen und, und, und…


Ein Beitrag im norddeutschen Fernsehen hat sich nun mit der Problematik beschäftigt. Interessant ist, wie sich viele rausreden. „Keine Zeit“, „muss arbeiten“, „habe eine Familie“, sind die genannten Ausreden. Da kann man den Feuerwehrmann verstehen, der zu bedenken gibt, daß er auch all diese Ausreden für sich in Anspruch nehmen könnte.

Auch interessant ist es, welch großes Interesse die Feuerwehreinsätze in der Bevölkerung haben. Auch gestern beim Einsatz in Marienfels gab es viele Schaulustige, die sich das Einsatzgeschehen angesehen und Bilder mit ihren Handys gemacht haben. Da frage ich mich doch, warum die gerade in diesem Moment mal Zeit hatten? Auch Presseveröffentlichungen im Internet, Fernsehen und Zeitungen werden interessiert verfolgt. Nur mitmachen möchte (fast) niemand!

Da fällt mir nur ein altes Sprichwort in abgewandelter Form ein „Stell dir vor es brennt und niemand geht hin“.

 

Den Bericht gibt es in der NDR Mediathek zu sehen. Diskussionen sind über das Facebookmodul erwünscht.
Hierzu über dem Bericht das Facebook-Plugin einschalten!

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