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Feuerwehrreform in Diskussion

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Einrich. Die seit rund 40 Jahren bestehenden Strukturen der Freiw. Feuerwehren in der VG Katzenelnbogen werden derzeit stark und vor allem wohl auch emotional diskutiert. Dies ist auch verständlich, ist die Feuerwehr doch vielerorts eine der letzten verbliebenen örtlichen Einrichtungen.

Die Rhein-Zeitung (Artikel neben anklicken zum vergrößern) berichtete in dieser Woche in der Diezer Ausgabe über den Stand der Dinge. Verbandsbürgermeister Gemmer sieht in dem Arbeitspapier von Feuerwehrkamerad Rübsamen eine geeignete Grundlage die Strukturen der VG-Feuerwehr zu überarbeiten. Mit dem vorhandenen Aufbau der Organisation seien die „Schutzziele“ nicht mehr sicherzustellen. Konkret will man daher örtliche Wehren schließen und mit anderen Einheiten zu Stützpunkten zusammenschließen. Hierdurch ergeben sich sicherlich Chance schlagkräftigere und besser ausgestattete Stützpunkte zu bilden, aber es ergeben sich auch Nachteile.

Neben dem bereits genannten „Streichen der letzten örtlichen Einrichtung“ stellt sich auch die Frage ob Bürger der Gemeinde X bereit sind, künftig der Feuerwehr in Y anzugehören. Ist es im Einsatzfall sinnvoll wenn bei einem Brand in X,

die Feuerwehrleute nach Y ins Gerätehaus fahren, um dann wieder zurück nach X zum Einsatz zu kommen. Selbst der Gemeinde und Städtebund hat sich nun für den Erhalt der örtlichen Wehren ausgesprochen. „Gleichwohl stellt sich jedoch im Bereich des Feuerwehrwesens die Frage, ob allein betriebswirtschaftliche Aspekte seine Struktur vorgeben sollten und ob sich finanzielle Einsparungen nicht auch auf anderem Wege erreichen lassen“, wird ein Bürgermeister im Pressebericht (Link http://www.gstb-rlp.de/gstbrp/Aktuell/Presse/2012/%C3%96rtliche%20Feuerwehren%20leisten%20unverzichtbare%20Arbeit/ ) zitiert. Denn gerade die örtlichen Feuerwehrkameraden bringen im Einsatzfall die notwendige Ortskenntnis mit.

Die Freiwilligen Feuerwehren auch in unserer Region stehen vor einem großen Umbruch und größeren Herausforderungen, um den wachsenden Aufgaben und der gleichzeitigen fallenden Tagesalarmbereitschaft entgegen zu wirken. Der richtige Weg kann es da nicht sein, die Stützpunkte mit immer mehr und größeren Fahrzeugen auszustatten und gleichzeitig kleine Einheiten zu schließen. Die Stützpunkte verkommen dann immer mehr zu semiprofessionellen Brandschützern, aufgrund der Einsatzzahlen und notwendigen Übungseinheiten fast schon professionell, aber eben nicht bezahlt wie Berufsfeuerwehren. Die Kameradschaft geht verloren, da Kameradinnen- und Kameraden die den Takt nicht mehr mithalten können aufgeben und sich das Feuerwehrwesen nur auf einen harten Kern konzentriert. Wie bereist von mir mehrfach angesprochen, sollten wir nicht den "französischen Weg" gehen und eine reine Söldnertruppen installieren.

Gleichwohl sehe ich auch die Herausforderungen der Zukunft. Wo mangels Personal keine Feuerwehr mehr aufgestellt werden kann, muss man auch ehrlich zu sich selbst sein, dann ist es besser eine Wehr mit den Nachbarn zu fusionieren und interessierte Feuerwehrleute zu halten.

Michael Dexheimer (Admin)

Diksussionsbeiträge (insbesondere aus den betroffenen Einheiten im Einrich) sind herzlich willkommen. Entweder über das Facebook-Plugin, oder per Email an (info [at]rheinlahn. de)

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