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Feuerwehr und Katastrophenschutz üben in Lahnstein im großen Stil den Ernstfall

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Lahnstein – Um 8.15 Uhr am Samstagmorgen, den 20. Oktober, geht es los. Die Werkfeuerwehr des in Lahnstein ansässigen Chemieunternehmens Zschimmer & Schwarz wird zu einem Palettenbrand auf dem Betriebsgelände gerufen. Was eine Routineaufgabe zu sein scheint, entwickelt sich jedoch rasch zu einer Einsatzlage für Einheiten von Feuerwehr und Katastrophenschutz aus dem ganzen Landkreis. Denn der fiktive Brand greift auf ein angrenzendes Lager für Gefahrenstoffe über, wo die Kessel gefüllt mit Schwefel- und Salzsäure der Hitze nicht standhalten können. Die Hülle bricht, Gas tritt aus und zieht getragen vom Wind in Richtung Innenstadt. Ein sich ausbreitendes Feuer, austretender Gefahrstoff und zahlreiche Verletzte verteilt auf dem Firmengelände stellen die Rettungskräfte vor eine Herausforderung.

Foto: Feuerwehr

Von langer Hand vorbereitet stehen mehrere Schwerpunkte im Fokus der Übung. Neben der Einsatzbereitschaft der beteiligten Einheiten wird insbesondere die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen und die Funktionsfähigkeit des Führungsstabes auf die Probe gestellt. Präzise Kommunikation etwa mit der den Einsatzleiter Marcus Grün unterstützenden Technischen Einsatzleitung, kurz TEL genannt, ist dabei eines der entscheidenden Stichworte, um eine Großschadenslage unter Kontrolle zu bekommen. Nur zielgerichtete Koordination der verschiedenen Facheinheiten – vom Gefahrstoffzug bis zur Drohnenstaffel – ermöglicht es, einer sich ausbreitenden Wolke aus potentiell giftigen Gasen wirkungsvoll zu begegnen.

Übung erfolgreich abgeschlossen

Rund 350 Einsatzkräfte waren an der knapp vier Stunden dauernden Übung beteiligt. Neben den verschiedenen Einheiten der Feuerwehr und dem Katastrophenschutz waren dies auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das Technische Hilfswerk (THW), der Bundesverband Rettungshunde e.V. sowie in unterstützender Funktion das Kreisverbindungskommando (KVK) der Bundeswehr. Grenzübergreifend begleitete zudem das auf Pressearbeit spezialisierte Team Medien aus dem Landkreis Bad Kreuznach die Großübung.

Schlussendlich konnte die fiktive Lage wie geplant unter Kontrolle gebracht werden. Die Verletzten waren gerettet und versorgt, die Bevölkerung war – auch unter Einsatz der App KatWarn – über die Gefahr informiert und der Brand gelöscht. Trotz eines detaillierten Drehbuchs, das manch auftretende Schwierigkeit vorweg nahm, eine beachtliche Leistung, denn Schadenslagen diesen Maßstabs sind für die überwiegend ehrenamtlich aktiven Einsatzkräfte kein alltägliches Szenario.

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