Cold Water Challenge 2014 spaltet

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aktualisiert Rhein-Lahn. Über den ganzen Kreis verteilt fordern sich die Freiw. Feuerwehren gegenseitig zur Cold Water Challenge auf. Dabei sollen möglichst witzige Videos herauskommen. Die Aktion ruft geteilte Meinungen hervor. Die einen halten es für Blödsinn der den Feuerwehren schadet, andere verbieten die Teilnahme, viele halten es einfach nur für witzig und cool.

  

Ursprünglich kommt der Trend aus den USA und die Aktion ist mit einer Spende an wohltätige Zwecke verbunden. Im Kreis ist dieser Zweck leider bisher etwas vernachlässigt worden, eher fordert man die nominierte Einheit im Falles des „kneifens“ auf, ein Grillfest für die Herausforderer zu veranstalten.

 

Zwischenzeitlich haben sehr viele Feuerwehren aus dem Kreis teilgenommen. Die Filmchen zeigen Feuerwehrleute und Mitglieder anderer Hilfsorganisationen, die sich im Rahmen der Handlung  mit kaltem Wasser mal so richtig nass machen. Auch wenn nicht alles so „hart“ waren und etwas mit warmen Wasser

nachgeholfen haben, kommen dabei oft sehr erfrischende Bilder heraus. Viele Filme sind einfallsreich, fast professionell und kreativ gemacht.

 

Kritiker meinen damit würde man sich dem Klamauk aussetzen und das Bild der Organisationen in der Öffentlichkeit in Verruf bringen.  Doch von Spott ist in der Öffentlichkeit nichts zu merken. Die kleinen, oft gut gemachten Filme, kommen sehr gut an. Die Einsatzkräfte zeigen sich mal von der lockeren Seite und zeigen damit, dass Ehrenamt und Kameradschaft auch viel Spass machen kann. Man kann es auch mal als eine andere Form der Öffentlichkeitsarbeit ansehen, wo ansonsten mal gerne über den Mitgliederschwund gejammert wird oder die schlimmsten Einsätze aufgezählt werden. Die Rhein-Zeitung berichtete heute ausgiebig über die verschiedenen Aktionen.

 

Erste Unfallkassen verweisen zwischenzeitlich darauf, dass für die Aktionen kein Versicherungsschutz bestehe. Dies mag auch so sein, es stellt sich aber auch die Frage, ob immer alles über die Feuerwehr abgesichert sein muss. Ein gewisses Maß an eigener Vorsorge muss jeder für sich selbst betreiben, was natürlich den Teilnehmern auch bewusst sein sollte.

 

Damit man aber die Aktionen im Sinne von Teambildung, Kreativität und Öffentlichkeitsarbeit positiv bewerten kann, müssen aber auch einige Rahmenbedingungen eingehalten werden.  Grundsätze der Unfallverhütung müssen eingehalten werden, es darf nicht zu Sachbeschädigungen und Belästigung Dritter kommen. Für die Nutzung der Feuerwehrgerätschaften sollte eine Zustimmung des Wehrleiters oder des Trägers der Feuerwehr vorliegen. Keine Alarmfahrten im Straßenverkehr und/oder tatsächliche Alarmierungen für die Dreharbeiten.

 

Im übrigen sollte man bei der Veröffentlichung der Videos die Rechte Dritte beachten, z.B. bei der Nutzung von Bildern oder Musikstücken.

 

Als Wehrführer der Einheit Bogel kann ich zur CWC sagen, auch wenn ich Anfangs sehr skeptisch war, hat sich der Videodreh für uns sehr positiv dargestellt. Wir hatten einen tolle gemeinsame Zeit, alle von jung (JF-Mitglieder) bis älter (Aktive) haben toll zusammen gearbeitet und sehr viel Spass gehabt. Das Video hat in der Bevölkerung eine tolle Resonanz erzeugt und stellte uns mal unabhängig von Einsatzberichten oder Festlichkeiten dar.  Neben einem kleinen Übungseffekt wurden auch benutzten Gerätschaften noch mal ausgiebig gereinigt, so dass für den Träger der Feuerwehr keine Nachteile, ausser sehr geringen Treibstoffkosten angefallen sind.  Und dies halte ich für Zumutbar.

 

Aus diesem Grund kann ich auch persönlich nicht ganz die Stellungnahme der HFUK Nord teilen: (http://www.hfuknord.de/hfuk/aktuelles/meldungen/coldwater-challenge.php)

„Imageschaden…; professionelles Ansehen wird beschädigt…;mit Steuergeldern bezahlte Gerätschaften werden zweckentfremdet…“.

Abgesehen davon das Feuerwehrleute auch Steuern bezahlen, dürfte bei allem was Ehrenamtliche leisten, auch mal eine kleine „Zweckentfremdung“ erlaubt sein. Wenn das nicht so ist muss ich mir die Frage stellen, ob die Zweckentfremdung meines privaten PC, meiner Kleidung,  meines PKW u.sw. für Feuerwehrzwecke überhaupt für mich zumutbar ist.

Von einem Imageschaden habe ich in Gesprächen mit Freunden und Nachbarn nichts hören können.

 

Auch wenn durchaus das eine oder andere im Rahmen der CWC zu beachten ist, sollte man doch bitte nicht alles kaputt reden. Für uns  war es ein tolles Erlebnis und hat  unseren Teamgeist angeregt und geschärft. Und das ausserhalb der normalen dienstlichen Tätigkeiten. Für mich bleibt die Aktion in guter Erinnerung!

 

Nachtrag:

Heute meldet sich das Baden-Württembergische Innenministerium und die dortige Unfallkasse zu Wort. Die Meinung unterscheidet sich hier von der, die der DFV vertritt. Bericht anklicken 

06.06.14: Stellungnahme der UK RLP https://www.facebook.com/lfvrlp/posts/10152399856827492?fref=nf 

(Michael Dexheimer) Auch wenn hier wenig diskutiert wird, sind gerne Anmerkungen/Kommentare erwünscht.

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